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Einzelhaltung ist und bleibt Tierquälerei.
Stell dir einmal folgendes vor:
Du lebst in einer Herde Gorillas, die dich mit allem versorgt, was du brauchst. Sie
besorgen dir Nahrung, geben dir Zuneigung und „Liebe“, Beschäftigung und „Konversation“. Auch wenn du dich daran gewöhnst,
fehlt dir etwas: Ein Lebewesen, das die gleiche Sprache spricht wie du, ein Lebewesen, das deine Bedürfnisse bis ins Detail
kennt; ein Lebewesen, das dir Liebe in der Form gibt, wie du sie brauchst. Wie würdest du dich fühlen?
So komisch das klingt, aber der Vergleich von einem Wellensittich - bzw. Papagei im Allgemeinen - mit einem Menschen
ist äußerst passend, da sich Wellensittiche und Menschen - bis auf wenige einzelgängerische menschliche Individuen - in ihrem
Sozialverhalten stark ähneln. Auch ein Mensch kann nicht sein ganz Leben ohne Mitmenschen und Zuwendung leben.
So
wie sich ein Mensch allein gelassen in einer Gorillaherde fühlen würde, muss sich auch ein Wellensittich fühlen, der den Rest seines Lebens
alleine leben muss - ohne einen einzigen Artgenossen.
In ihrem Heimatland Australien sind sie auch
niemals allein, sondern leben mit bis zu 1000 Ihresgleichen
zusammen. Auch Spiegel und Plastikvogel schaden mehr als sie
helfen, denn der vermeintliche Partner wird zu füttern
versucht, immer und immer wieder. Da der Spiegel/Plastikvogel dem
Welli das Futter nicht abnehmen kann, fällt es immer wieder
in den Kropf zurück. Eine sehr häufige und auch
lebensbedrohliche Folge ist eine Kropfentzündung.
Genauso
unsinnig wie Spiegel und Plastikvogel ist die Verpaarung von einem
Welli mit einer anderen Vogelart, wie z.B einem Nymphensittich:
Ihre Sprachen hören sich für uns ähnlich an, doch trotzdem
können sie sich nicht verstehen und haben unterschiedliche
Verhaltensweisen.
Viele Leute halten ihren Welli nur einzeln, weil sie glauben,
er würde sonst nicht zahm. Doch dass von meinen vier Wellis zwei zahm sind, einer zahm war
(wegen Behandlung einer Krankheit nicht mehr) und einer zutraulich ist, ist keinesfalls eine Ausnahme.
Jeder wünscht
sich ein gesundes Tier. Ein Wellensittich aber, der alleine
gehalten wird, mag körperlich vielleicht gesund sein, aber
psychisch ist er schon nach kurzer Zeit der Einsamkeit ein Wrack. Jeder weiß, wie es um die
psychische Gesundheit von z.B. Menschen-Kindern steht, wenn diese isoliert aufwachsen. Die psychische Gefühlslage schlägt sich früher oder später fast immer auf den Körper nieder, auch
beim Wellensittich.
Verhaltensstörungen wie jeden Gegenstand anbalzen oder mit
jedem zu „rammeln“ sind sehr häufig. Viele Wellis entwickeln sich auch zu „Schreiern“,
die immer – wie der Name schon sagt – wie wild
losschreien, sobald sie ihre einzige Bezugsperson, den Menschen, aus den Augen verlieren. Genauso häufig kommen so genannte „Rupfer“ vor -
das sind Wellis, die sich wegen der Einsamkeit und aus Langeweile die Federn
ausreißen. Rupfen ist eine Reaktion auf das Alleinsein, darauf, dass er nicht das bekommt was er als ein überaus geselliges Tier unbedingt braucht: einen Artgenossen.
Oft werden Wellis auch einzeln gehalten, weil geglaubt wird, der Dreck würde sonst mehr werden. Sicher; bei vier oder mehr Vögeln fällt das schon auf, allerdings nicht bei nur zwei. Der Dreck wird nur geringfügig mehr, das wäre bei der Zimmerreinigung nur in wenigen zusätzlichen Minuten zu messen, wenn überhaupt. Und eigentlich macht auch nur die Mauser wirklich Dreck, den Rest des Jahres hat man fast Ruhe.
Es ist immer wieder ein schönes Schauspiel, seine Wellis beim Schnäbeln,
gegenseitigem Kraulen und Spielen zu beobachten, so etwas kann ein
Mensch nie ersetzen! Tiere wie der Wellensittich haben genauso Bedürfnisse, wie sie auch der Mensch hat: Ein Bedürfnis nach Liebe, Zuneigung, Kontakt und nach (für ihn verständlicher) Konversation.
Gönnt eurem Einzelwelli einen Partner.
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